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Medienprojekt "Auf den zweiten Blick"


Träger: Lichtspiele Sassnitz e.V.


Abschlussbericht:
Wöchentlich trafen sich Jugendliche im Freizeitzentrum. Durch die hohe Fluktuation der Teilnehmer bildete sich leider nicht, wie beabsichtigt eine feste Gruppe, aber so kam es zu einer größeren Zahl von Teilnehmern, die sich in ganz individueller Art und Weise an dem Thema beteiligten. Wir erreichten mit dem Projekt Schüler aller Schulformen, von Förderschülern bis hin zu Gymnasiasten, Stammbesucher der Einrichtung und selbst Jugendliche, die bisher das Freizeitzentrum mieden. Das Fotografieren und die damit verbundene Erkundung der Stadt stieß auf großes Interesse und hat sich als Methode sehr bewährt. Die geplante Recherche und vertiefte inhaltliche Auseinandersetzung mit den rechtsextremistischen Parolen hingegen verlief schleppend und führte letztendlich zu wenig verwertbaren Ergebnissen. Wir sehen hierfür sehr unterschiedliche Gründe, halten den Ansatz aber dennoch für richtig und auch weiterhin für notwendig.

Im Vorfeld des Projektes nutzten wir diverse informelle Kontakte zur Zielgruppe und gewannen durch offene Angebote im FZZ das Interesse der Jugendlichen. Von Beginn an versuchten wir, die Angebote bedürfnisorientiert auszurichten. Den Jugendlichen sollte stets ein großer Gestaltungsfreiraum bei Planung, Organisation und Durchführung ermöglicht werden. Ergebnisse sind unter anderem, dass sich Jugendliche unterschiedlicher Altersklassen im Freizeitzentrum begegneten, dass diese eine Fotoausstellung erarbeiteten, dass Fotos präsentiert und zur Diskussion zum Projekt am Markt der Möglichkeiten führten und dass eine Ergebnisdokumentation erarbeitet wurde.

FAZIT:
Durch die Fluktuation der Teilnehmer, die offenen Projektstrukturen und auch durch das Agieren im öffentlichen Raum erreichten wir viele unterschiedliche Menschen in der Stadt. Regelmäßig wurden wir beim Fotografieren und anschließendem Abkratzen der Aufkleber skeptisch beobachtet und im Idealfall ergaben sich interessante Gespräche zum Projekt, zur Politik und zu Perspektiven bzw. Perspektivlosigkeit. Auch wenn das Projekt nicht so verlief, wie wir es beabsichtigten und es weder zu festen Gruppenstrukturen noch zu einer tief greifenden inhaltlichen Auseinandersetzung kam, konnten wir den Jugendlichen eine Alternative zu Abhängen, nämlich sinnvolle aktive Freizeitgestaltung anbieten. So konnten Sie verschiedene Aktionsmöglichkeiten im Gemeinwesen der Stadt Sassnitz kennen lernen.

Insgesamt ist es schwierig, an die Jugendlichen heran zu kommen. Vertrauensschaffende Maßnahmen erfordern einen hohen Zeitaufwand, der über einen kontinuierlichen Zeitraum laufen müsste.