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Projekt: Rügen im Nationalsozialismus

   
Rügen im Nationalsozialismus
Projektbeschreibung
Bilder
Trägerinfo
Kurzbeschreibung:

Rügen im Nationalsozialismus - ein Geschichtsprojekt für Jugendliche
Durch das Projekt könnte ein Abschnitt in der Rügener und insbesondere der Sassnitzer Geschichte eingehender beleuchtet werden, als es bislang möglich war und die Bildungsarbeit in der Zukunft bereichern. Jugendliche werden sich dabei aktiv mit der Geschichte ihrer Heimat auseinandersetzen können. In öffentlichen Veranstaltungen werden gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern die Ergebnisse des Projektes zeitnah vorgestellt.

   

Projektbeschreibung:

Seit 2005 hat das Dokumentationszentrum Prora der Stiftung NEUE KULTUR, größtenteils in Kooperation mit der Evangelischen Gemeinde Sassnitz, eine Reihe von Interviews mit Sassnitzer und Rügener ZeitzeugInnen geführt, die wichtige Erkenntnisse über die Zeit des Nationalsozialismus auf der Insel und der Stadt Sassnitz erbracht hat. Oft waren das ZeitzeugInnen, die heute teilweise nicht mehr Auskunft geben können. Dabei hat auf der Insel Rügen die Zeitzeugenbefragung, die in der Geschichtswissenschaft immer weiter an Bedeutung gewonnen hat, besonderes Gewicht, weil nur wenige schriftliche Dokumente von der Insel aus der nationalsozialistischen Zeit erhalten geblieben sind.
Diesen Fundus an Interviews möchten wir mit Hilfe des LAP aufbereiten, mit weiteren Materialien anreichern (u.a. auch aus eigenen Archiven mit Schrift- und Bilddokumenten) und Jugendlichen für Rechercheprojekte zur Verfügung stellen. Außerdem möchten wir, solange das möglich ist, weitere Interviews führen und in dem Projekt mit Rügener Zeitzeugen arbeiten, die ihre persönlichen Erlebnisse an die Jugendlichen weitergeben.
Durch die Förderung des vorgeschlagenen Projektes könnte somit ein Abschnitt in der Rügener und insbesondere der Sassnitzer Geschichte eingehender beleuchtet werden, als es bislang möglich war und die Bildungsarbeit in der Zukunft bereichern. Jugendliche werden sich dabei aktiv mit der Geschichte ihrer Heimat auseinandersetzen können. In öffentlichen Veranstaltungen werden gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern die Ergebnisse des Projektes zeitnah vorgestellt.
Ein wichtiger Schwerpunkt des Projektes ist die Materialerstellung bzw. die Aufbereitung von Material für die Arbeit mit Jugendlichen. Durch die Möglichkeit, in dem Projekt Material zu lokalen Rügener und Sassnitzer Themen zu erstellen, zu denen bislang kein Material existiert, wird die Arbeit zu diesen Themen ermöglicht. Auch nach Abschluss des Projektes wird dieses Material für die Bildungsarbeit mit Sassnitzer Jugendlichen eingesetzt werden können.
Die Zielgruppe wird über gezielte Information erreicht. Termine für die Vorstellung des Projektes sind an den Schulen in Sassnitz bereits vereinbart. Angestrebt ist, dass ganze Klassen angesprochen werden, so wird sichergestellt, dass nicht nur Jugendliche involviert werden, die bereits interessiert sind, sondern auch solche, deren Interesse durch das Projekt geweckt werden kann. Diese Vorgehensweise ist in der Bildungsarbeit üblich und anerkannt.
Informationstermine für Jugendliche sind in Planung, durch das direkte Ansprechen werden erfahrungsgemäß mehr Jugendliche interessiert, an Projekten teilzunehmen.
Zusätzlich möchten wir für Jugendliche und Multiplikatoren Veranstaltungen zum Thema Rechtsextremismus und Gedenkstättenfahrten anbieten.

 

Inhalte des Projektes:

1. Arbeit mit Videomaterial
Zeitrahmen: Oktober bis Dezember 2008
Interviews mit Sassnitzer Zeitzeugen (Audio-/Videomaterial) eignet sich sehr gut für die Arbeit mit Jugendlichen und soll in einem Projekt mit Sassnitzer Jugendlichen eingesetzt werden. Das Material wurde in den letzten Jahren vom Dokumentationszentrum erarbeitet. Fachleute des Dokumentationszentrums Prora betreuen das Projekt. Wir werden eng mit dem Medienkabinett des Mehrgenerationenhauses Grundtvighaus zusammenarbeiten, das die technischen Voraussetzungen bietet. Die Jugendlichen werden in dem Projekt selbst aus dem Interviewmaterial auswählen und eigenständig zu dem Themenschwerpunkt Sassnitzer und Rügener Geschichte im Nationalsozialismus arbeiten. Ergebnis des Projektes wird eine Ausstellung und/oder eine Lesung sein. Die Ergebnisse werden zeitnah in der Veranstaltungsreihe zu Sassnitz im NS (Punkt 2) im Grundtvighaus präsentiert.
Vorgestellt wird die Veranstaltung an der Allgemeinen Förderschule Sassnitz, der Regionalen Schule Sassnitz und der Berufsschule.

 

2. Veranstaltungsreihe zu Sassnitz im NS
Zeitrahmen: November/Dezember 2008
Angeboten werden 2 Veranstaltungen zu Sassnitzer und Rügener Geschichte im Nationalsozialismus im Kontext europäischer Geschichte des Zweiten Weltkrieges.
Mögliche Themen sind: Jugend in Sassnitz 1933-45, Kriegshandlungen in Sassnitz im europäischen Kontext, Der Untergang der Gustloff, Opfer des Nationalsozialistischen Systems (KZ-Außenlager Sassnitz).
Dabei werden Jugendliche aus dem Videoprojekt und die Ergebnisse (Punkt 1) und Zeitzeugen mit einbezogen. Fachleute des Dokumentationszentrums Prora betreuen das Projekt. Geladene Experten werden die Ergebnisse in einen überregionalen und europäischen Zusammenhang stellen.
Wir werden über intensive Öffentlichkeitsarbeit ein breites Publikum aus Sassnitz über die Veranstaltungen informieren. Die Veranstaltungsreihe soll in der Zukunft fortgeführt werden.
Wir kooperieren dabei mit dem Mehrgenerationenhaus Grundtvighaus.
Diese Veranstaltungsreihe basiert auf den Ergebnissen des Projektes des Dokumentationszentrums Prora zu erzählter Geschichte der letzten Jahre in Sassnitz. Wir freuen uns nun, die Sammlung von Zeitzeugeninterviews der letzten Jahre in dieser Form in der Bildungsarbeit erstmals verwenden zu können. Die Themen haben sich aus der Zusammenarbeit mit den Schulen seit 2003 und aus Vorschlägen unserer Kooperationspartner entwickelt. Die Ergebnisse werden durch die Veranstaltungen der Sassnitzer Öffentlichkeit vorgestellt.
Über diese Veranstaltungsreihe und unsere weiteren Veranstaltungen zum Umgang mit Rechtsextremismus kann der Verteiler der Stadt Sassnitz gut genutzt werden und erreicht so eine größere Zielgruppe.
Wir werden bei der Regionalen Schule anfragen, ob wir das Projekt als Praktikum der Schule anbieten.

 

3. Veranstaltung für Multiplikatoren und Jugendliche
Zeitrahmen: Mai bis Dezember 2008
Wir möchten 3 Veranstaltungen für Jugendliche und/oder Multiplikatoren und Sassnitzer Bürgern zu dem Thema Umgang mit Rechtsextremismus anbieten, die von MitarbeiterInnen des Dokumentationszentrums Prora und externen ReferentInnen durchgeführt werden. Diese Veranstaltungen werden speziell den Umgang mit Rechtsextremismus in der Stadt Sassnitz behandeln. Der aktuelle Rechtsextremismus wird von den ReferentInnen dargestellt und mit den Teilnehmern diskutiert. Angeboten werden die Veranstaltungen an der Allgemeinen Förderschule Sassnitz, der Regionalen Schule Sassnitz und der Berufsschule.

 

4. Interviews mit Zeitzeugen
Zeitrahmen: Mai bis Dezember 2008
Einige Interviews mit Sassnitzer Zeitzeugen sind noch zu führen, wobei die Zeit drängt, weil die Betreffenden schon ein hohes Lebensalter erreicht haben. Die Interviews werden mit der technischen Ausstattung des Dokumentationszentrums Prora/Stiftung NEUE KULTUR und mit ausgebildetem Fachpersonal des Dokumentationszentrums Prora mit langer Erfahrung durchgeführt, wo es der Gesundheitszustand der Zeitzeugen zulässt, werden Schüler in die Interviewführung einbezogen. Dazu werden sie im Vorfeld in Interviewtechniken (Fragetechnik, Umgang mit den Zeitzeugen und Handhabung von Video/Audiotechnik geschult). Die Interviews werden in der Zukunft in der Bildungsarbeit des Dokumentations-zentrums Prora mit Jugendlichen in Sassnitz verwendet.
Das Projekt werden wir an der Allgemeinen Förderschule Sassnitz, der Regionalen Schule Sassnitz und der Berufsschule vorstellen.

 

5. Aufbereitung Interviews
Zeitrahmen: Mai bis Dezember 2008
Die Voraussetzung für die Arbeit mit dem vorliegenden Video- und Audiomaterial von Zeitzeugeninterviews ist die Bearbeitung der Rohfassung für die Bildungsarbeit (in der es Längen, unklare Passagen, Abschweifungen gibt). Das Material wird von Mitarbeitern des Dokumentationszentrums Prora transkribiert und geschnitten, so wird es für die Arbeit mit Jugendlichen handhabbar. Außerdem wird dem Material Zusatzmaterial beigegeben, was eine wichtige Ergänzung darstellt.
Erzählungen zu folgenden und weiteren Themen liegen vor:

  • Deportation von Rügener Juden
  • Zwangsarbeiter auf der Insel Rügen
  • Jugend im Nationalsozialismus (Pflichtjahr, HJ, Arbeitsdienst, Kinderlandverschickung)
  • Die "Reichspogromnacht am 9. November 1938 in Sassnitz –

            der Jude Lazar Lemo und Charlotte Schimmelpfennig

  • Das KZ-Außenlager Ravensbrück in Sassnitz, Frühjahr 1945 – die Baracke im Wedding
  • Der Bombenangriff auf die Stadt Sassnitz

Die Interviews werden in der Zukunft in der Bildungsarbeit des Dokumentationszentrums Prora mit Jugendlichen in Sassnitz verwendet.

 

6. Gedenkstättenfahrten
Frühsommer und Herbst 2008
Zwei Gedenkstättenfahrten werden für Sassnitzer Jugendliche angeboten. Mitarbeiter des Dokumentationszentrums Prora betreuen die Fahrten.
Das Projekt werden wir an der Allgemeinen Förderschule Sassnitz, der Regionalen Schule Sassnitz und der Berufsschule anbieten.

 

7. Besuch Rügener Bürger bei ehemaligen polnischen Zwangsarbeitern
Herbst 2008
Als Gegenbesuch nach der Begegnungswoche im Frühjahr unternehmen Sassnitzer BürgerInnen und SchülerInnen eine Fahrt in einen der Wohnorte der ehemaligen Zwangsarbeiter. Dabei wird ein Treffen mit den Zeitzeugen im öffentlichen Raum der polnischen Gemeinde im Mittelpunkt stehen, Kontakte zu den Gemeindevertretern und in Polen werden im Vorfeld gesucht, die Begegnung wird durch intensive Pressearbeit vorbereitet, sie soll der Aufarbeitung der Geschichte der beiden Nachbarstaaten dienen.
Das Projekt wird durch Mitarbeiter des Dokumentationszentrums Prora vorbereitet.

 

Träger:
Stiftung Neue Kultur - Dokumentationszentrum Prora

Kontakt:
Katharina Rostock     Tfn: 030-27594166

Laufzeit:
19.05.2008 - 31.12.2008